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Dienstag, 9. Juni 2020

Wo die wilden Geister wohnen. Anthologie Papierfresserchen Verlag

https://www.papierfresserchen.de/WebRoot/StoreLDE/Shops/64282966/5ECB/544A/FD9C/0FDD/C958/0A0C/6D0D/D490/9783861969495_ml.jpg


Meine Geschichte in diesem Buch: Das Ofengespenst

Liebe Frau Böhm,

Herzlichen Glückwunsch, wir können Ihnen heute mitteilen, dass Ihr 
Anthologiebeitrag für das Buchprojekt "Wo die wilden Geister wohnen 
Band 2"angenommen wurde. Das Buch hat 200 Seiten und beinhaltet viele 
wundervoll schaurig-schöne Geschichten, die nicht nur Kindern und 
Jugendlichen gefallen dürften. 
 
Klappentext:
Der Mühlbach rauschte. Ansonsten herrschte Totenstille. Die nächtliche Dunkelheit war bis in die kleinsten Ecken gekrochen und verschmolz die Konturen der alten Wassermühle zu einer plumpen, dunklen Masse, die an ein lauerndes Tier erinnerte. Unruhig wälzte sich Hannes in seinem Bett herum. Die verschnörkelten Zeiger der alten Wanduhr krochen unaufhaltsam auf Mitternacht zu. Trotzdem konnte Hannes nicht einschlafen. Sein kleines Dachzimmer lag in Dunkelheit gehüllt, und nur der Mond warf einen Streifen silbrigen Lichts auf die knarrenden Holzdielen ...   (Claudia Aristov)
 
 
Papierfresserchen Verlag-Wo-die-wilden-Geister-wohnen 

Heidrun Böhm

Das Ofengespenst

Es war in einer kalten Winternacht. Die Bäume und Sträucher erstarrten zu Eis, und der See fror zu. Ein großer Vollmond stand am Himmel, er beleuchtete schwach die Turmuhr der Kirche.  Die Zeiger rückten auf Mitternacht. Zwölf dumpfe Schläge hallten durch die Nacht. Überall herrschte Stille…doch da auf der Turmspitze stand eine kleine Gestalt. Sie sah aus wie eine Schneeflocke, aber stellt euch vor, sie flog nach oben und gab merkwürdige Geräusche von sich...“Buh, brr, bibber, stöhnte sie.  Die Gestalt flog schnell, und wenn ein Mensch sie gesehen hätte, wäre er bestimmt erschrocken.  Aber niemand war unterwegs. Die Leute schliefen, oder saßen in ihrer warmen Stube.
Das kleine Ding aber, bibberte erbärmlich vor Kälte. Es war Augustin, ein winziges Gespenst, das aus dem Glockenturm der Kirche geflüchtet war. Dort war es ihm zu kalt geworden, und nun suchte Augustin einen warmen Ort, um zu überwintern.  „Iiregdwooo muss es doch etwas Wärmeres geben, als ddiesen alten Turm“, stotterte er.  Sein kleines weißes Gesicht war blau angelaufen und seine Flügelchen erstarrten zu Eis. Er war noch nicht lange unterwegs, als er einen qualmenden Schornstein sah. Die Menschen haben es warm, dachte er. Sie haben in ihren Wohnungen eiserne Dinger, die sie „Ofen“ nennen. Vielleicht könnte ich durch einen Kamin in ein Haus kommen, um mich über den Winter in einem Ofen zu verstecken. Lautes Krächzen erschreckte Augustin. Hinter ihm flog ein großer schwarzer Rabe. Der Rabe sah Augustin nicht, und stieß mit ihm zusammen. „Kannst du nicht aufpassen, du schwarzes Untier!“ schrie Augustin empört. Aber er hatte schon das Gleichgewicht verloren, und stürzte unaufhaltsam auf den Schornstein zu. Ich hoffe, der Schornstein ist nicht zu heiß, sonst brenne ich das Haus an, dachte Augustin. Gespenster haben ein wenig Schwefel am Körper, da sie ab und zu leuchten müssen. Aber Augustin rutschte schnell und leicht durch den Schornstein. Es knallte laut, und er lag im Ofen einer verlassenen Wohnung.  
 


 .  






Montag, 2. März 2020

Eigentlich wollte ich nur schreiben


Eigentlich wollte ich nur Schreiben.

Ich sitze hier an meinem Tisch
Und denk an viel und doch an Nichts.
Ich bin von bangen Zweifeln voll
Und weiß nicht, was ich schreiben soll. So sitz ich denn vor einem Blatt, das keiner je beschrieben hat.

Denn draußen dröhnt die Waschanlage, für die Nachbarn eine Plage.
Die Menschen hasten hin und her,
Musik kreischt laut, ich hör nichts mehr. Die Scheiben bringt sie zum Vibrieren, ich möcht den Faden nicht verlieren…

Die Autos brausen hin und her, der Lärm macht meinen Schädel schwer.
Die Waschanlage dröhnt nun weiter
Manche Menschen stimmt das heiter. Ein saubres Auto, das ist wichtig, wenn’s blitzt und blinkt, dann ist man tüchtig. 

Die Waschanlage schließt um acht, sie hat mich um Ideen gebracht. Doch ich bin ein Dichter vor dem Herrn, verdammt noch mal, ich dichte gern!
An manchen Tagen fehlt Humor
Und Höllenspaß kommt auch nicht vor!

Als ich mich aus dem Büro schleiche, mit Müh das Kanapee erreiche, denk ich, nun hab ich endlich Ruh. zum Schreiben..na was denkst denn du? Wer liegt das ohne Leben - schnarcht, dass die Wände beben?

Das ist mein Mann, so ist er eben. Er sägte die Sahara leer, nun gibt’s da keine Bäume mehr.

Oh heilige Ruh der Dichter
Wohin bist du entschwunden?
Ich hab sie wirklich nicht gefunden. Denn eigentlich wollte ich nur schreiben 
Für heute lasse ich es bleiben. 

Leserkanone.de Leseprobe aus meiner Biografie: : Ich war noch niemals in New York

Hoffen und harren hält manchen zum Narren, eine meiner Kurzgeschichten bei Belletristica 

Zu finden in der Anthologie: Wer anderen eine Grube gräbt. Hrsg: Gitta Rübsaat Autoren schreiben für die Tierrettung e.v.

Amazon.de/Wer anderen eine Grube gräbt 

Mein Expose bei Yasny